Digital Relations - Die Workshopreihe des AB Soziologie der Digitalisierung

Mit Digital Relations möchte der Arbeitsbereich „Soziologie der Digitalisierung“ den wissenschaftlichen Austausch zu zukunftsweisenden Forschungsfeldern der digitalen Transformation fördern. Digital Relations bringt hochkarätige Wissenschaftler*innen und junge Forscher*innen zusammen: In lebendigen Diskussionen werden jenseits der Wissensvermittlung neue Forschungsfelder exploriert, Konzepte soziotechnischer Arrangements diskutiert und eigene Erkenntnisse im Lichte von neuen Ideen reflektiert. Mit der Reihe Digital Relations zielen wir bewusst auf einen intensiven Austausch mit einem Teilnehmer*innen-Kreis von ca. 20 Personen und geben neben der programmatischen und konzeptuellen Diskussion auch informellen Möglichkeiten des Kennenlernens und der Vernetzung Raum.

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With Digital Relations, the research area "Sociology of Digitalization" at LUH aims to promote scientific exchange on forward-looking research fields of digital transformation. Digital Relations brings together top-class scientists and young researchers: In lively discussions, new research fields are explored beyond knowledge transfer, concepts of socio-technical arrangements are discussed and own findings are reflected in the light of new ideas. With the Digital Relations series, we deliberately aim for an intensive exchange with a circle of participants of about 20 people. In addition to the programmatic and conceptual discussion, we also give space to informal opportunities for getting to know each other and networking. 


Bilder des Digital Relations Workshop #3

WERT WERT WERT
Digital Relations #3
Teilnehmer*innen

Dr. Juliane Jarke, Prof. Jannis Kallinikos, Sabrina Paustian, Korbinian Gall, Irina Zakharova, Jun.-Prof. Dr. Stefanie Büchner, Assistant prof. Cristina Alaimo, Nadine Diefenbach, Dr. Dzifa Ametowobla, Dr. Anne Krüger. Es fehlt im Bild: René Werner

Past Workshops

  • #03 Data and Organizations

    Workshop theme

    Based on the latest studies of Jannis Kallinikos and Cristina Alaimo, we explore the new interplay of two classical concepts: data and organizations. Do we witness a decentering of organizations? How can we conceptualize the role of platform organizations and data objects in understanding this new interplay? 

     

  • #02 Prädiktion in der algorithmisierten Gesellschaft

    Zum Inhalt

    Versuche, Wissen über die Zukunft zu generieren und für Praktiken und Entscheidungen in der Gegenwart nutzbar zu machen gibt es schon lange – die Zukunft war immer ein wichtiger Bezugspunkt für menschliches Handeln. Moderne Gesellschaften zeichnen sich jedoch durch eine besonders enge Beziehung zur Zukunft aus und nutzen zahlreiche Möglichkeiten der (wissenschaftlichen) Vorauswissensproduktion. Mit den jüngsten Fortschritten in den predictive analytics, d. h. den algorithmisch vermittelten Prozessen der Analyse großer Datenbestände, um Vorhersagen zu generieren, gewinnen Ansätze der Zukunftsvorhersage abermals stärker an Bedeutung.

    So überrascht es wenig, dass prädiktive Verfahren bereits einen bedeutenden Einfluss in der Gegenwartsgesellschaft ausüben: Sie sind ein entscheidender Faktor, wenn es um Entscheidungsfindungen, Bewertungsprozesse oder Klassifizierungspraktiken in ebenso zahlreichen wie unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen geht. Seien es beispielsweise recommender-Systeme im Online-Handel bzw. auf digitalen Plattformen, Prognosesoftwares in der Polizeiarbeit, Vorhersagen zu klimatischen Veränderungen, Praktiken des predictive nursing oder der Wirtschaftsprognostik: überall werden algorithmisch mediatisierte Verfahren genutzt, um große Datenmengen nach korrelativen Mustern zu analysieren, die zukünftige Ereignisse und Dynamiken vorherzusagen und mithin futurbezogene actionability zu versprechen. Obwohl alle der gegenwärtigen Vorhersagemethoden den altbekannten Ansatz teilen, prognostisches Wissen über Musterkennung und Regelmäßigkeitsdetektion in historischen Daten zu kreieren, um aus diesen Erfahrungen zukünftige Entwicklungen zu extrapolieren, signalisieren wachsende Rechenleistungen und die zunehmende Verfeinerung der Prädiktionsmodelle durch machine learning eine epistemische Verschiebung in den Vorhersagepraktiken. Obwohl diese Techniken freilich immer noch auf die Vergangenheit zurückgreifen, versprechen sie, genuin neue Verbindungen in algorithmisch analysierten (vergangenheitsbezogenen) Daten zu finden, die auf korrelativ-assoziativen Logiken beruhen und sich mithin von konventionellen probabilistischen Techniken der prädiktiven Wissensproduktion unterscheiden.

    In diesem Workshop sollen ebendiese epistemischen, algorithmisch induzierten Effekte von predictive analytics diskutiert und dabei insbesondere alte und neue Prädiktionspraktiken nebeneinander und gegenüber gestellt werden. Gleichzeitig wollen wir fragen, wie Menschen und Algorithmen im Rahmen von predictive analytics zusammenspielen und wie dies theoretisch wie methodisch analysiert werden kann.

    Der Workshop richtet sich an Forscher*innen aus sozialwissenschaftlichen Disziplinen, die in den beschriebenen Konstellationen tätig sind oder werden wollen, und aus diesen vor allem an Doktorand*innen und Post-Docs.    

    Zum Programm

    Donnerstag, 23.09.2021 (Tag 1)

    10:00Veranstaltungsbeginn
    10:00-10:30    Begrüßung 

    10:30-11:30

    Einführung in das Thema und Überblick über den Workshop

    inkl. Textdiskussion boyd/Crawford (2012) und Critical Questions for Big Data; Kitchin (2017) – Thinking critically about and researching algorithms 

    11:30-12:00

    Coffee and Tea Break    

    12:00-13:00

    Keynote „Die Logik der Oberfläche. Zur Epistemologie maschinellen Lernens”

    Prof. Dr. Susanne Krasmann (Universität Hamburg)

    13:00-14:00    

    Mittagspause

    14:00-15:00

    Workshop "Data-Based Algorithmic Systems" (Teil I)

    Paola Lopez (Universität Wien)    
    15:00-15:30 Coffee and Tea Break  

    15:30-16:30 

    Workshop "Data-Based Algorithmic Systems" (Teil II)

    Paola Lopez (Universität Wien)  
    16:30-16:45    Coffee and Tea Break  
    16:45-17:45    

    Author-conversation about "ethnographic work on predictions"         

    Assistant Professor Sarah Brayne, Phd (University of Texas in Austin)

    Jun.-Prof. Dr. Stefanie Büchner (Leibniz Universität Hannover)    
    17:45-18:30Abschlussdiskussion     

    Freitag, 24.09.2021 (Tag 2)

    09:30-10:00Begrüßung
    10:00-11:00    

    Workshop "Predictive Policing" (Teil I)

    Dr. Simon Egbert (Universität Bielefeld)   

    11:00-11:30 Coffee and Tea Break         

    11:30-12:00 

    Workshop "Predictive Policing" (Teil II)

    Dr. Simon Egbert (Universität Bielefeld) 
    12:00-13:00Mittagspause         
    13:00-14:30    

    Keynote "Prediction in the digital society"

    Prof. Dr. Elena Esposito (University of Bielefeld/Universität Bologna)

    14:30-15:00Coffee and Tea Break
    15:00-16:00

    Abschluss 

    16:00Veranstaltungsende

     

     

     

    Weitere Infos

  • #01 Partizipative Technikentwicklung und Design

    Zum Inhalt

    In den meisten Forschungsfeldern zur Technikentwicklung sind die Diskurse aktuell geprägt von partizipativen Ansätzen und Co-Design-Methoden. Durch diese Paradigmen sollen die Bedarfe potentieller Nutzer*innen frühzeitig identifiziert und das Design technischer Gegenstände iterativ an diese angepasst werden. Dabei handelt es sich fast immer um interdisziplinäre Projekte, in denen Ingenieur-, Natur- und Sozialwissenschaftler*innen zusammenarbeiten sollen, um den benannten Zielen zu dienen. Wenn auch nicht-wissenschaftliche Akteur*innen in die Produktion von Wissen miteinbezogen werden, handelt es sich zudem um transdisziplinäre Projekte, wobei Sozialwissenschaftler*innen oftmals eine vermittelnde Rolle einnehmen sollen.

    Sozialwissenschaftliche Akteur*innen geraten in diesen Konstellationen nicht selten in die widersprüchliche Lage, den Prozess der Partizipation zu moderieren, gleichzeitig Forschung aus der eigenen disziplinären Perspektive betreiben zu sollen – und aber auch selbst Partizipierende in der konkreten Technikentwicklung zu sein. Der Workshop möchte typische Zusammenhänge der Lage von Sozialwissenschaftler*innen in solchen interdisziplinären Technikentwicklungsprojekten identifizieren, Problemstellen benennen und aber auch methodische und professionspolitische Chancen aufzeigen. 

    Der Workshop richtet sich an Forscher*innen aus sozialwissenschaftlichen Disziplinen, die in den beschriebenen Konstellationen tätig sind oder werden wollen, und aus diesen vor allem an Doktorand*innen und Post-Docs.

     

     

     

    Zum Programm

    Donnerstag, 25.02.2021 (Tag 1)

    10:00-11:00    Begrüßung 

    11:00-11:30

    Vortrag „Von Leitern und Landschaften – Paradigmen partizipativer Technikentwicklung“ von Juliane Jarke (ifib & ZeMKI, Universität Bremen)

    11:30-12:15

    Bedarfsabfrage & Verortung der Teilnehmer*innen in der "Landschaft Partizipation"

    12:15-12:45

    Pause

    12:45-13:00    

    Kaffee, Tee, Gebäck - Vernetzung

    13:00-13:30 Vortrag „Wie kommt die Partizipation in die Forschungsförderung? Ein Akteurs-Bericht am Beispiel RRI“ von Norbert Steinhaus (Wissenschaftsladen Bonn)    
    13:30-14:00 Diskussion: Implikationen und Widersprüche von Partizipation als Element von Forschungsförderung

    14:00-14:15 

    Pause  
    14:15-14:30    Kaffee, Tee, Gebäck - Vernetzung
    14:30-15:00    Vortrag „Als Soziolog*in im Maschinenbau – Konzeptionelle Chancen für eine Soziologie der partizipativen Technikentwicklung“, Dr. Athanasios Karafillidis (HSU Hamburg)    
    15:00-15:30Diskussion „Soziologie in partizipativer Technikentwicklung über Bedarfsermittlung und Akzeptanzbeschaffung hinaus“    
    15:30-15:45

    Kaffee, Tee, Gebäck - Vernetzung

    16.00Zusammenfassung & Ausblick

    Freitag, 26.02.2021 (Tag 2)

    09:30-09:45Begrüßung
    09:45-10:00    

    Kaffee, Tee, Gebäck - Vernetzung  

    10:00-10:45 Antrags-Werkstatt I „Angemessene Struktur und Relevanzdarstellung in Anträgen für partizipative Technikentwicklung“, von Prof. Dr. Arne Berger (Hochschule Anhalt)        

    10:45-11:00 

    Pause  
    11:00-12:15    Antrags-Werkstatt II Teilnehmer*innen-Ideen, von Prof. Dr. Arne Berger (Hochschule Anhalt)        
    12:15-12:45    Pause        
    12:45-13:00Kaffee, Tee, Gebäck - Vernetzung
    13:00-14:00

    Break Out Sessions Projekt- und Strukturideen 

    14:00-15:00Vorstellung der Ideen im Plenum    
    15:00Zusammenfassung, Feedbackrunde, Ausblick & Kontaktbörse    

     

     

     

    Weitere Infos